Wie geht es dir, wenn ein Plan nicht aufgeht? Wenn ein Projekt in die Hose geht oder du eine Absage erhältst? Wenn es einfach nicht läuft und du enttäuscht wirst? In mir steigen Verzweiflung, Zorn und Wut hoch und die Überzeugung: Alle anderen sind schuld! Oder, das kann ich auch gut: Eh klar, ich bin zu blöd, zu hässlich, zu dumm, zu alt (früher: zu jung). Es war vorhersehbar, dass es nichts wird. Sie haben mich durchschaut. Niemand mag mich und ich bin einfach das Letzte.

Mit Tränen durch das Enttäuschungstal

Ich weine. Vollgas rein in dieses Tal der Emotionen, ohne Zuversicht. Doch diese  Täler sind nicht mehr ganz so tief wie früher und ich durchschreite sie schneller. Sie bleiben mir nicht erspart, aber zu wissen, dass es eben nur ein Tal ist und nicht das Ende hilft mir. Schreiben hat mich verändert.  Schreiben ist heute meine Strategie, besser mit Enttäuschungen umzugehen.

Vorfreude

Über Maria-Himmelfahrt im Mai wollte ich ein wunderbares Schreibwochenende im Atelier am Waldrand anleiten. Mit wunderbaren Menschen, die, wie ich gerne schreiben, wandern und genießen. Ich hatte die vier Tage schon vor meinem inneren Auge: Wie wir zusammen die Energie der Gruppe spüren, schreiben und unseren Texten lauschen und uns mit absolutly friendly Feedback gegenseitig Mut und Stärke geben. Mein Gott, ich konnte es kaum mehr erwarten! Die Terrasse hat meine Gastgeberin Martina Spies für uns vorher fertigstellen lassen, der Geschirrspüler funktioniert wieder und ein Schwedenofen sorgt für wohlige Wärme in kühlen Nächten in dem historischen Haus, wenn die Wärmepumpe wieder mal Zicken macht.

Hingefallen und schreibend aufgestanden

Und dann – Corona, wieder einmal. Absage. Ich habe geweint, bin durch mein trauriges Tal gewandert. Dann habe mich hingesetzt und meine Gedanken und Gefühle aufgeschrieben und mich damit frei geschrieben. Morgen für Morgen, wie immer, Tag für Tag – Morgenseiten! Ich habe mich am Papier ausgekotzt, mich im Selbstmitleid gewälzt, bis ich an dem Punkt war zu schreiben: Und wenn schon. Dann eben nicht im Mai. Ich suche einen neuen Termin und probiere es wieder.

Vorfreude II

Und heute sitze ich hier voller Vorfreude. Das neue Datum steht fest und ich freue mich auf vier Tage vom 26. bis 29. August im Atelier am Waldrand, schreibend und  lachend.

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