Im September wollte ich es wissen. Wie ist es so ohne Fleisch? Ohne Wurst in der Semmel, wenn der Heißhunger quält? Ohne Schinken zum Sonntag-Frühstück? Ohne Schnitzerl beim Lieblingswirten? Ich habe ein Experiment gestartet: Einen Monat lang vegetarisch essen. Und schauen, ob ich das überhaupt schaffe.

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Grab mit Schreibheft

31. Oktober 2020: Es wuselt zwischen den Gräbern, von Ruhe keine Spur. Dabei will ich so gerne in Stille erinnern und schreiben. Viele sind hier, die jährliche Pflicht erfüllen. Das Grab in Ordnung bringen, mit Blumengestecken und Kerzen aufputzen für Allerheiligen. Eine Frau kehrt die Steinplatte eines Grabs drei Reihen weiter unten ab, das Herbstlaub muss weg, alles muss sauber sein bevor am 1. und 2. November die Scharen kommen. Ein nicht gepflegtes Grab zu Allerheiligen? Diese schlechte Nachrede will hier keine/r.

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Füllfeder auf Block

Die meisten Schreiberinnen, die ich kenne, haben diese, vermutlich ansteckende, Krankheit: Aufschieberitis, Prokrastination. Ein Wort, das ich lange nicht richtig schreiben, geschweige denn aussprechen konnte. Weiterlesen

Es wurde schon alles geschrieben über Corona. Über sämtliche Gefühle, über die Enge in der Brust, alle Ängste wurden benannt und haben eine Mauer zwischen mir und meinem Schreiben gebaut. Was soll ich da auch noch meinen Senf dazu geben? Weiterlesen

Schreibende Hand im Pullover

Donnerstag, 26. März. Noch drei Tage bis zum „Runden“. Jetzt geht es los mit der Panik, ich hatte mich schon gewundert, wo sie bleibt. Mein Mut und meine Zuversicht haben mich verlassen. Wenn jetzt noch einer zu mir sagt, man ist so alt wie man sich fühlt, kotze ich ihm vor die virtuellen Füße. Dieser Tage sollte ich eingedeckt sein mit Vorbereitung für meinen „Tag der offenen Geburtstagstür“ und mich damit ablenken von unweigerlich auftauchenden Gedanken um Alter, Gebrechen und Tod. Aber nein, Scheiß Corona. Weiterlesen

Hände halten Kerze

Sonntag, 22. März. Heute vor drei Jahren ist mein Vater gestorben. Erwin. Er wurde nur 75 Jahre alt. Eine kleine Dixieland-Jazzband hatte damals beim Bergräbnis in Hirschwang für ihn ein letztes Mal aufgespielt. Das hatte der kleine Ort an der Rax noch nie erlebt. Und es war mir so wichtig gewesen. Axel Melhardt vom Jazzland in Wien hatte mir geholfen, sie zu organisieren, das ist eine andere Geschichte. Weiterlesen

20. März. Freitag, ein Tag vor dem internationalen Tag der Poesie. Ich hatte mir so feine Übungen für das gesellige Schreiben am Hüttentisch am Ottohaus ausgedacht und zerdrücke jetzt beim Tippen eine kleine (gedankliche) Träne. Weiterlesen

Frau schreibt in ein Notizbuch

Donnerstag, 19. März 2020, noch zehn Tag bis zu meinem 50. Geburtsstag. Noch fünf Tage bis zum Ende der gestern verordneten Quarantäne der Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen. Weiterlesen

Als ich das erste Mal von Working out loud (WOL) las, dachte ich: „He, das kenne ich doch. Da hat mal wieder jemand das Rad neu erfunden. Wozu? Wissen wir doch alles.“ Ich hatte ein Jahr zuvor einen Dale Carnegie-Kurs (DC) besucht und wusste sofort: WOL ist „DC reloaded“, nur eben unter neuer Marke und digital möglich. Weiterlesen

Landschaft in Kolumbien

Nach drei Wochen in Medellín habe ich jetzt im Moment gerade genug. Die Stadt ist 24 Stunden lang laut, die Luft schwer von den Abgasen des Verkehrs und es strengt Körper und Geist an. Das spüre ich jetzt besonders, nach einem Zwei-Tages-Ausflug mit meiner beunsettled-Kollegin Zuzana nach Guatapé. Weiterlesen